05.11.15, 9.17Uhr: Nachdem sich jeder von uns trotz modenernster technischer Ausstattung mindestens einmal in Hemer verfahren hat, trafen wir alle sicher auf dem ehemaligen Gelände der Bücherkaserne ein. Mit etwas Verspätung begannen sich uns die zwei Uniformierten als Uwe Düchting und Axel Strüver vorzustellen. Unsere Gruppe, die aus zwölf Personen und unserem betreuenden Lehrer Herrn Wolf bestand, hörte gespannt der Einweisung zu. Da Fahranfänger durch überschwängliche Euphorie trotz fehlender Erfahrung die meisten Unfälle verursachen, sollten wir in den kommenden Stunden Alltagssituationen trainieren. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir noch das, was jeder von uns Anfängern nach einer solchen Aussage denkt, nämlich nichts. Denn ich bin mit meinen 18 unerfahren und konnte bis heute nicht wirklich realisieren, wie minimalste Faktoren bereits über Leben und Tod entscheiden können. "Es kann zwar jeder am McDrive bremsen, aber Gefahrenbremsung können die wenigsten", war eines der Statements, die den Tagesablauf beschrieben. Warmfahren, Vollbremsung auf unterschiedlich griffigen Untergründen und Kurvenfahrt gehörten zum Programm, um uns Verhalten und Möglichkeiten beim Fahren zu erläutern.

 

Bei sonnigen, erstaunlich milden 10°C und der Vorfreude nun sein Auto besser kennenzulernen, fuhren wir zur ersten Übung, dem Slalom. Aufgeteilt in zwei Gruppen, fuhren die "Nicht-Fahrer" ausgestattet mit einem Walkie-Talkie jeweils als Beifahrer mit, um Anweisungen der Trainer zu übermitteln. Während wir in einer Schlange vor der Übung warteten, schallte es durch die Geräte: ?"Peugeot. Starten." Der erste Wagen beschleunigte und absolvierte die Übung. Etliche Durchsagen später waren wir bei der Gefahrenbremsung angelangt, dem intensivsten Abschnitt des Tages. Mein Fazit nach unterschiedlichsten Bremsungen variiert durch Geschwindigkeit und Untergrund: Ich hätte niemals erwartet, dass ein paar KM/H den Bremsweg um ein vielfaches vergrößern und die Kontrolle auch bei nasser Fahrbahn noch zu behalten eine Meisterleistung ist. Ziel der Übung war es, während einer Vollbremsung an einem Hindernis vorbei zu lenken, wobei Pylonen, die in der Realität ein Lkw oder ein Kind sein könnten, dieses darstellten. Auch wenn es frustrierend war, vollkommen hilflos zusehen zu müssen wie das eigene Auto sich den physikalischen Kräften unterwirft und man am Ende des Trainings x-mal gestorben wäre oder etliche Personen zu Tode gefahren hätte, war es ein amüsanter Tag mit sehr vielen lehrreichen Momenten, sodass ich abschließend sage: "Absolut empfehlenswert ! Beim Fahrsicherheitstraining lernt man das Mögliche und Unmögliche im Straßenverkehr. Hier sind Fehler zugelassen, um diese im Ernstfall zu verhindern. Diese Möglichkeit sollte man sich als Fahranfänger und auch als Fahrerprobter auf keinen Fall entgehen lassen. Es rettet dein eigenes Leben und das der Anderen. Ich bin froh heute dabei gewesen zu sein und plane bereits die nächste Teilnahme an einem solchen Training, denn Erfahrung siegt!"

Text & Fotos: Jannes Scherzer (Q2)