Begegnung schafft Versöhnung!

Unter diesem Thema stand die diesjährige Begegnung zwischen Zeitzeugen des Holocausts und Schülerinnen und Schülern der Qualifikationsstufen I und II der drei Lüdenscheider Gymnasium.

Auf Initiative von Erika Teller war erneut eine Gruppe von 12 Überlebenden des Holocaust aus Israel nach Deutschland gekommen, um auch vor Lüdenscheider Gymnasiasten zu sprechen. Während die meisten Schülerinnen und Schüler in der Scholl-Aula den sehr eindrucksvollen Berichten der Zeitzeugen über ihre Schicksale während der Nazidiktatur in den Ghettos Osteuropas (Weißrussland/Ukraine) bzw. dem KZ Theresienstadt lauschten, fand in der Alten Cafeteria am Zeppelin-Gymnasium eine etwas intimere Veranstaltung für den derzeitigen Leistungskurs Geschichte Q1 der drei Gymnasien sowie den zwei Grundkursen Geschichte der Q2 am Zeppelin-Gymnasien statt. Diese Schülerinnen und Schüler hatten sich besonders intensiv auf diese Begegnung vorbereitet.

Auch hier standen im Zentrum die jeweiligen Einzelschicksale zweier Zeitzeuginnen. Sie schilderten ihre Jahre im Ghetto bzw. mehreren Ghettos, die von Hunger, Brutalität, Krankheit, Tod sowie medizinischen Versuchen gekennzeichnet waren. Sie betonten, dass sie diese Erfahrungen als Kinder ab dem Alter von 4 Jahren gemacht hatten. Auf eindrucksvolle Weise konnten sie den Schülerinnen und Schülern ihre damaligen Ängste, ihre Verzweiflung sowie die Folgen für ihr weiteres Leben - bis in die 90 er Jahre in der ehemaligen Sowjetunion und nach der Auswanderung bis heute in Israel -vermitteln. 

Doch auch das Thema der Veranstaltung war den Beteiligten sehr wichtig, denn sie stellten schon zu Beginn deutlich heraus, worin ihre Motivation liegt, ins Land der Täter zu fahren. Zum einen möchten sie das schulische Bücherwissen erweitern, indem sie den Leidenden ein Gesicht geben. Zum anderen möchten sie gerade den jungen Menschen verdeutlichen, dass sie Verantwortung tragen für das zukünftige menschliche Miteinander. Um diese Verantwortung übernehmen zu können, müssten sie, die Schülerinnen und Schüle, aber wissen, dass Hass und Zorn nur dazu führen würden, dass Menschen nicht friedlich miteinander leben könnten. Diese Botschaft sei für sie als Überlebende wichtig zu transportieren, besonders auch hier in Deutschland, wo sie so eine positive Aufnahme erfahren hätten.

Als Zeichen, dass Begegnung Versöhnung schafft, bedankten sich zum Schluss die Schülerinnen und Schüler bei den Zeitzeugen und erhielten von diesen zum Abschied einen kleinen Stein, der die Schülerinnen und Schüler an diese Begegnung und deren Botschaft erinnern soll.

Text: Christel Fleddermann-Meyer              Fotos 1-6; U. Hesse, Foto 7: Marc Schrameyer

 

 

 

 


Ähnliche Artikel

Das Wetter am Zepp

1.3 m/s

92°

13.5°C

965.3 hPa

78.4%