365 Tagebuch - Lüdenscheider Nachrichten
23.11.2017

Portrait:

Mein Name ist Lars Quakulinski. Geboren bin ich am 3. Dezember 2000 hier in Lüdenscheid. Zurzeit besuche ich die 12. Klasse des Zeppelin-Gymnasiums, in dem ich, neben sieben weiteren Mitschülern, seit rund fünf Jahren ehrenamtlich in der Meteorologischen Station Lüdenscheid tätig bin.

Mein Tag begann wie immer um kurz nach 6 Uhr. Nachdem ich aufgestanden bin, habe ich gefrühstückt und mich für die Schule fertiggemacht. Da ich Wetterdienst hatte, musste ich den früheren Bus um 7 Uhr nehmen. Der Wetterdienst wird von uns täglich morgens und mittags gemacht. Früher mussten die Beobachter zusätzlich abends in die Schule, doch seit einigen Jahrzehnten ist es möglich den Dienst von Zuhause zu erledigen. An der Schule angekommen ging es dann um 7:20 unten im Wettergarten los, der sich in einem eingezäunten Bereich in der Mitte des Schulhofs befindet. Dort habe ich mich mit einem Schüler getroffen, der gerade ausgebildet wurde. Gemeinsam haben wir unsere Messungen durchgeführt, zu denen unter anderem verschiedene Temperaturen, wie die aktuelle Lufttemperatur und die maximale Temperatur seit dem letzten Tag, gehören. Aber auch die Luftfeuchte und der Niederschlag wurden gemessen.
Nachdem wir im Wettergarten fertig waren, ging es nach ganz oben auf das Dach des Zepps. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf Lüdenscheid ? zumindest bei gutem Wetter. Der 23.11.2017 war leider keiner dieser Tage. Die Sicht war sehr schlecht, so konnte man kaum weiter als das vier Kilometer entfernte Mercure Hotel sehen. Wie auch während der letzten Tage war der Wind recht stark. 
Zu unseren Beobachtungen auf dem Dach gehören unter anderem die Sichtweite und die Bewölkungsmenge sowie die Wolkengattung. Anschließend, nach den Beobachtungen, ging es zurück in die warme Wetterstation. Dort verbrachten wir die meiste Zeit unseres Dienstes, um alle Werte in die Klimatabelle einzutragen und notwendige Berechnungen durchzuführen. Dazu gehören auch die Daten des vergangenen Abends.

 

Als wir fertig waren, ging es weiter mit dem regulären Schulalltag. Dieser ging, wie meist auch, von 8 Uhr bis 14:15 Uhr. Im Anschluss hieß es noch einmal Wetterdienst. Also haben wir erneut im Wettergarten die nötigen Messungen durchgeführt. Mittlerweile hatte es jedoch angefangen, leicht zu regnen, daher haben wir uns beeilt, um schnell ins Trockene zu kommen. Die Trockenheit war aber nur von kurzer Dauer - oben in der Wetterstation angekommen, ging es zuerst einmal wieder aufs Dach. 
Trotz des Regens hatte sich die Sicht deutlich verbessert. So konnte man knapp bis zur Baumallee von Halver sehen, die immerhin rund 20 Kilometer entfernt ist. Im Vergleich zu den letzten Tagen war es außerdem recht warm. Es hatte die letzten Tage, so wie auch heute, immer mal wieder geregnet, jedoch waren die Temperaturen deutlich niedriger. 
Neben den Beobachtungen der Sichtweite und der Bewölkung musste mittags zusätzlich noch der Sonnenscheindauer-Streifen gewechselt werden. Mit diesen Soda-Streifen ist es möglich, die Sonneneinstrahlung im Verlaufe eines gesamten Tages aufzuzeichnen. Im Anschluss mussten erneut die Werte am Computer in der Wetterstation zusammengetragen werden. 
Zusätzlich zum Dienst habe ich mich an die monatliche Auswertung gesetzt. In dieser Auswertung werden die Daten der verschiedenen Bereiche, wie zum Beispiel Temperatur oder Luftfeuchte im Verlauf des Monats auch grafisch festgehalten. Jeder Mitarbeiter hat dabei einen Themenbereich, den er bearbeitet - in meinem Fall ist es der Luftdruck. Verwendung findet die Auswertung unter anderem bei der Erstellung des monatlichen Zeitungsberichtes. Außerdem erscheint sie auf unserer Schulhomepage. Neben der Luftdruckauswertung stand auch noch ?Wetter Damals? an ? dabei werden die alten Tagebücher, in denen die Dienste verzeichnet sind, digitalisiert. Diese Bücher reichen bis zu den 1920er Jahren zurück und enthalten alle drei Dienste zu jedem Tag in jedem Monat. Für ?Wetter Damals?, das auch auf unserer Homepage einsehbar ist, beschränken wir uns jedoch nur auf den Mittagsdienst und besondere Wetterereignisse.
Nachdem wir mit unseren Aufgaben fertig waren, haben wir uns verabschiedet, und ich bin durch die Wilhelmstraße vorbei am gerade fertig aufgebauten Weihnachtsmarkt zum Sauerfeld gegangen. Dort nahm ich den Bus nach Hause. Der Rest des Tages verlief ruhig und ohne besondere Ereignisse.


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Das Wetter am Zepp

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