Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich über zwanzig Herren im gestandenen Alter von etwa siebzig Jahren an einem Samstag um zehn Uhr vormittags am Haupteingang einer Schule treffen und Einlass begehren. So geschehen am Samstag, den 23. Juni dieses Jahres auf dem Staberg vor dem Zeppelin-Gymnasium.

Es war halbwegs eine Wiederholung eines Schulbesuchs, den die Abiturienten der Oberprima a des Schuljahres 1950/51 vor zehn Jahren, damals noch verbunden mit einer Hospitation im Unterricht verschiedener Klassen - es war noch die Zeit des Samstagsunterrichtes - durchführten. Vor zehn Jahren beschloss man, sich in regelmäßigen Abständen an einem vorher ausgesuchten Ort zu treffen und der Reifeprüfung zu gedenken. In den folgenden Jahren waren unter anderem Frankfurt/Main, Hamburg und München Orte des Wiedersehens. Was lag aber näher , als zu einem "runden" Jubiläum in Lüdenscheid wieder zusammenzukommen. Wilhelm Binnenbruck, Horst Bodschwinna, Dr. Gerhard Boucke, Rolf Crummenerl, Rudolf Fetting, Hans-Joachim Förster, Prof. Dr. Willibald Henne, Prof. Dr. Peter Wilhelm Höllermann, Karl-Georg Krause, Wolfgang Lohrmann, Hans-Peter Lucks, Friedrich Wilhelm Plate, Johannes Ritter, Herbert Schulte, Hubert Schulte, Manfred Schwittay, Heinz Vollmann, Manfred Voswinkel und Ernst Wolf Wagner hatten sich vorgenommen, die fünfzigste Wiederkehr des Abiturtages würdig zu begehen. Neben den verstorbenen Klassenkameraden Hans Peter Frebel, Dietrich Höhmann, Klaus Hüttebräucker, Hans-Dieter Plate und Hanns-Fritz Schüle fehlten lediglich Karl-Heinz Schlüter, den man leider nicht ausfindig machen konnte, die erkrankten Werner Panne und Dr. Hans-Joachim Noell. Für Dr. Karl-Bernhard Niclas war die weite Anreise aus dem Vereinigten Staaten ein Grund, seine Abwesenheit zu entschuldigen.

Am Donnerstag, den 21. Juni, traf man sich, teilweise in Begleitung der Ehefrauen zu einem gemütlichen Abend im Hotel "Haus Kattenbusch", in dem nach dem Hissen der Lüdenscheider Flagge und der Begrüßung durch Hubert Schulte ein gemeinsames Abendessen und das anschließende gemütliche Beisammensein den Reigen der Veranstaltungen eröffneten. Am Freitag war man bei der Firma ERCO eingeladen, wurde von Herrn Klaus-Jürgen Maack höchstpersönlich über die aktuelle Marktstrategie des Unternehmens informiert und erhielt im Lichtstudio audiovisuelle Eindrücke über die Möglichkeit der Lichtgestaltung in Räumen. Nach dem Mittagessen bei ERCO besuchte man noch die Phänomenta. Am Samstag traf man sich dann vor der Pforte der alten Penne, wo man für ein Pressefoto posierte, und betrat die einst so heiligen Hallen. Der stellvertretende Schulleiter, Herr Studiendirektor Wolfgang Wiebke, unterstützt durch den Kollegen Wolfgang Dullat, informierte die anwesenden Jubilare und deren Frauen über das heutige gymnasiale Schulwesen und führte sie durch die Räume, wo man vor allem das Informatiklabor und die Wetterstation begutachtete. Leider musste der Schulbesuch gegen 11.45 Uhr beendet werden, da um Mittag ein Treffen in Reblin vereinbart war, von wo aus ein Bus die ganze Gesellschaft zu einem gemeinsamen Mittagessen zum "Haus Schnüttgenhof" bei Attendorn brachte. Nach einer Schifffahrt auf dem Biggesee, die für viele Anwesende in dieser Form eine Jungfernfahrt war, ließ man den Tag gemütlich ausklingen.

Am Sonntag machten sich die meisten dann wieder auf dem Heimweg, nicht ohne sich noch einmal zu sehen, angeregt zu unterhalten und dem leiblichen Wohl zu frönen, diesmal im Haus des leider durch Krankheit beeintächtigten Werner Panne.

Einmütig fasste man den Beschluss, im Jahr 2002 wieder zusammenzukommen, dann aber in Dresden. Die weitesten Strecken nach Lüdenscheid zurückzulegen hatten vom Norden Wolfgang Lohrmann aus Hamburg und von Süden her Wolf Wagner, der vom Tegernsee den Weg nach Lüdenscheid gefunden hatte.

 

(Du)