Das Zeppelin-Gymnasium versteht als seinen Auftrag, das Lernen und die Entwicklung seiner Schülerinnen und Schüler durch Unterricht, Erziehung und Schulleben zu fördern. Hierbei muss der ganze Mensch im Spannungsfeld von Zugehörigkeit zur Schule und seinen eigenen Interessen und mit seiner Verantwortung gegenüber sich selbst und der Gemeinschaft gesehen werden. In diesem Zusammenhang sollen folgende Bildungs- und Erziehungsziele verwirklicht und ihre Realisierung überprüft werden:

  • Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler auf die sich immer rascher verändernde Welt vor und fördern sie auf vielfältige Weise in ihren Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen entsprechend dem Bildungsauftrag des Gymnasiums. 

  • Orientiert an Werten wie Mitmenschlichkeit und Toleranz anderen gegenüber, erziehen wir die Schülerinnen und Schüler zu Selbstbestimmung in sozialer Verantwortung. 

  • Durch ein positives Lernklima und einen methodisch und inhaltlich anspruchsvollen Unterricht entwickeln wir Lernfreude, Leistungsfähigkeit und Selbstbewusstsein.


Diese Bildungs- und Erziehungsziele und ein soziales Miteinander sind am ehesten in einer überschaubaren Schule zu realisieren, da dort der persönliche Kontakt zwischen allen am Schulleben Beteiligten - Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern sowie Eltern - am besten gewährleistet ist.

Unsere Zielsetzungen, die wir auch in Hartmut von Hentigs pädagogischem Grundsatz "Die Menschen stärken, die Sachen klären" wiederfinden, basieren auf folgenden Voraussetzungen und überlegungen:

  • Schule kann sich als Institution der Gesellschaft nur innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen bewegen. Wie erfolgreich sie ihre Aufgabe bewältigt, hängt also nicht nur von ihr allein ab. Wir leisten unseren Beitrag, insbesondere mit den Eltern, bestmöglich dazu. Dazu muss sich Schule öffnen und aktiver Teil des Gemeinwesens sein. 

  • Die Schule ist die entscheidende gesellschaftliche Institution, in der Menschen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Verhältnissen miteinander umzugehen lernen. Das sehen wir für uns als Chance und Verpflichtung. 

  • Schule ist nicht nur die Einrichtung, in der die erwachsene Generation der nachwachsenden lediglich die tradierten Bildungsgüter weitergibt, mit denen man ein Leben lang meinte bestehen zu können. Dessen sind wir uns bewusst und vermitteln darüber hinaus eine Orientierung innerhalb der sich ständig wandelnden und neu hinzukommenden Anforderungen, auch im Hinblick auf die eigene Berufsfindung. 

  • Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrem Alltag mit einer Menge von unstrukturierten, diffusen Informationen überhäuft. Deshalb befähigen wir sie, mit dieser Informationsvielfalt kompetent, kritisch und produktiv umzugehen und die vorhandenen Informationen zu einem vernetzten Wissen zu verknüpfen.
  • Soziale Erziehung wird immer mehr zur Aufgabe der Schule. Da Schule aber nicht alleine gesellschaftliche Probleme lösen kann, ist das Mitwirken der Eltern bei dieser Aufgabe unverzichtbar. 

  • Es ist wichtig in der Schule Bedingungen zu schaffen, innerhalb derer die Jugendlichen erfahren, dass für eine humane, zivilisierte Gesellschaft auch noch andere Werte unabdingbar sind als ausschließlich die auf ökonomische Verwertbarkeit ausgerichteten. Das wird für sie nur erfahrbar sein, wenn die Schule selbst eine Einheit wird, in der sich Eigenverantwortung und Verantwortung für andere entwickeln kann. Daher fördern wir Mitbestimmung und Übernahme von Verantwortung durch Schülerinnen und Schüler im Rahmen unseres schulischen Konzepts.


Was soll Schule heute lehren?
Diese Frage stellt sich uns ständig neu, kann also nie umfassend oder gar endgültig beantwortet werden. Neben vor allem auf Qualität bedachten und fundierten fachlichen Kompetenzen halten wir die Entwicklung der im Folgenden beschriebenen Kompetenzbereiche für wichtig:

  • Ethisch-religiöser Bereich: 
    Alternativen gegen Mutlosigkeit und Existenzangst, Aufzeigen von Hoffnungsbildern und Orientierungsmöglichkeiten, Sensibilisierung des Gewissens. 

  • Historische und gesellschaftliche (politische und soziale) Kompetenz: 
    Entwicklung und Stärkung persönlicher und sozialer Identität, demokratische Sensibilität im Umgang mit Recht und Unrecht, Gleichheit und Ungleichheit, Rechten und Pflichten. Entwicklung eines historischen Urteilsvermögens, um Vergangenheit zu deuten, aber auch Gegenwart zu bewältigen und Zukunft zu gestalten. 

  • Naturwissenschaftlich/(informations-)technisches Verständnis und ökologisches Bewusstsein 
    Kenntnisse und Urteilsfähigkeit gegenüber der von naturwissenschaftlichen Phänomenen und ihren (informations-)technischen Anwendungen geprägten modernen Welt. Verantwortungsvoller Umgang mit der Natur und deren Ressourcen, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. 

  • Sprach- und Kommunikationskompetenz: 
    Verantwortungsbewusster Umgang mit der deutschen Sprache und angemessenes Kommunikationsverhalten. Erlernen von Fremdsprachen zur internationalen Verständigung, zur Einsicht in die Besonderheiten anderer Sprach- und Lebensgemeinschaften und zur Fähigkeit des interkulturellen Austausches. 

  • ästhetische und kulturelle Kompetenz: 
    Kenntnisse, Urteilsvermögen und Gestaltungsfähigkeit im Bereich kultureller und künstlerischer Ausdrucksformen wie der Literatur verschiedener Sprachen, der darstellenden und bildenden Kunst sowie der Musik. 

  • Medienkompetenz und Kreativität: 
    Kritischer Umgang mit Medien und den Neuen Technologien, ihren Werkzeugen und Produkten, ihren Sachzwängen und Wirkungen. Entwicklung und Entfaltung eigener gestalterischer Kräfte in allen Fächern. 
     
  • Körper- und Bewegungskompetenz: 
    Verantwortlicher Umgang mit dem eigenen Körper und der Gesundheit. Erwerb jener Einstellungen, die für eine langfristige und aktive Teilnahme am Bewegungsleben und am Sport unserer Gesellschaft erforderlich sind. ("Mit dem Körper, nicht gegen ihn leben" Zitat Hentig) 

  • Methodenkompetenz und Lernfähigkeit: 
    Kenntnisse über Lernprozesse zur Verbesserung der eigenen Lernsituation. Einsichten über Methoden und Erkenntnisgewinnung. Wahrnehmen, Erkennen, Rekonstruieren und Gestalten von Zusammenhängen und Zuständigkeitsbereichen ("Vernetztes Denken und Wissen"). 

    Bei all ihren Bemühungen sollen die Lehrerinnen und Lehrer der Entwicklung der Schülerinnen und Schüler vertrauensvoll und unterstützend und dennoch fordernd entgegenkommen. ("Fördern und fordern") Das Zeppelin-Gymnasium bietet als Schule von überschaubarer Größe sehr gute Voraussetzungen, um die in diesem Leitbild formulierten Zielsetzungen in die pädagogische Praxis umzusetzen.