Einleitung

Mein Thema ist es, die Entwicklung des Lüdenscheider Zeppelin- Gymnasiums von den Anfängen bis heute darzustellen. Es ist das älteste Gymnasium der Stadt Lüdenscheid, welches sich seit 1890 auf dem Staberg befindet (~ 400m ü.N.N). Im Rahmen dieser Facharbeit werde ich mich vor allem auf die Zeit ab 1858 konzentrieren, da es ab dieser Zeit zu einer erstaunlichen Entwicklung des Gymnasiums kam. Dennoch werde ich auch die Zeit von den Anfängen (1450) bis 1858 berücksichtigen und versuchen eine möglichst kurze, aber dennoch vollständige Darstellung zu erarbeiten. Die meisten Urkunden aus den frühen Anfängen sind aber durch zahlreiche Brände vernichtet worden. Zudem verliert sich diese Zeit auch im geschichtlichen Dunkeln der Reformation, die in Lüdenscheid um 1570 einsetzte. Viele Ereignisse sind in dieser Zeit vorgefallen, z.B. die Reformation, der Erste und der Zweite Weltkrieg, aber das Gymnasium hat es geschafft, u.a. diese "Hürden" zu überwinden und einen allgemein guten Stand zu erlangen.

Hauptteil

1. Der Ursprung des heutigen Gymnasiums (1450- 1858)

Die Schule ist rein kirchlichen Ursprungs aus der Zeit vor der Reformation. Sie ist 1450 gegründet worden, womit Lüdenscheid seine eigene Lateinschule erhielt, und war der Vorgänger des heutigen Zeppelin- Gymnasiums. An der Struktur dieser Lateinschule und ihrem Lehrbetrieb wurde in dieser Zeit nicht viel geändert. "Das entsprach dem traditionsfreudigem Charakter des Luthertums, das die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart nicht abgebrochen wissen wollte." (Sauerländer 1952, 78 )

Es wurde lateinischer Unterricht praktiziert und neu war nur, dass die Schüler nach ihren Leistungen in die jeweiligen "Haufen" eingeteilt wurden ( 1. tabularii= Schreibanfänger, 2. Donatisten= nach dem Lehrbuch des Donat, 3. Alexandriner= nach der Doctrinale des Alexander) und nicht wie vorher dem Alter nach. Auch christliche Unterweisungen haben stattgefunden. Der Unterricht wurde meistens in einem zur Verfügung gestellten Raum abgehalten, was zeigt, dass die Schülerzahl nicht sehr hoch war. Man kann nicht genau sagen, wie viele Schüler dem Unterricht beiwohnten. Aus einer Übersicht [Jahnke 1908, 87 (siehe Anhang, S.19)] ist erkennbar, dass die Zahl der Schüler zwischen 1770 und 1857 zwischen 20 und 40 schwankte. Aber die Schüler kamen nicht nur aus dem damaligen Kirchspiel Lüdenscheids, sondern auch aus der Umgebung, z.B. aus Herscheid oder Schalksmühle. Im Laufe der Zeit nahm die Zahl der Schüler natürlich auch zu und die Klassenanzahl wuchs mit. Das Schulgeld betrug nur einige Taler, die der Lehrmeister dann bekam und ihm wurde eine Wohnung gestellt, wo sogar in schlechten Zeiten der Unterricht stattgefunden hat. Die Lehrmeister waren Geistliche oder Hilfs-prediger. Der Unterricht wurde von 9- 12 Uhr und 14- 16 Uhr abgehalten, außer mittwochs und samstags, da fiel der Nachmittagsunterricht aus. Die Schule wurde früher also von Schulmeistern geleitet und als erster Rektor sollte Christoph Roch (1685- 1689) genannt werden. "Ein sehr gelehrter Mann, war anfänglich ein Jesuit. Als er sich zur ev. luth. Religion bekennete, wurde ihm hier die lateinische Schule mit dem Titul als Rector anvertrauet, welcher er auch mit großem Ruhm vorgestanden hat." [500 Jahre höhere Schule Lüdenscheid, 1958/ 59, 25]

Auch die zahlreichen folgenden Rektoren, z. B. J. S. Seltmann, J. G. Lange, D. H. Rosier, E. Kaiser, I. Mayer, setzten alle deutliche Impulse (beispielsweise durch ihre charakteristische Art, den Unterricht zu führen und den Weg der ehemaligen Rektoratschule zu gestalten), wodurch das Gesicht des heutigen Zeppelin- Gymnasiums geformt wurde. Während der "Franzosen-zeit" 1673- 1679 (nach dem Dreißigjährigen Krieg) flohen die Bürger aus der Stadt, auf grund dessen die Lateinschule geschlossen wurde. Erst 1685 wurde der Unterricht in alter Weise wieder aufgenommen. Es kam 1809 zum einem Systemwechsel durch die franz-ösische Regierung, und man versuchte nun eine Modernisierung durchzuführen. Der Lektionsplan sah nun anders aus, man legte Wert auf die neueren Sprachen, wie Französisch oder auf Mathematik und auf die kaufmännischen Wissenschaften.

Der Schulbetrieb war hart und der Stock herrschte. Auf diese Weise wurde der Bildungsweg junger Menschen der folgenden drei Jahrhunderte bestimmt.

Die Schüler wurden soweit gefördert, dass sie später den Beruf eines Klerikers aufnehmen, aufnehmen, Jurist oder Mediziner werden konnten. 

2. Die höhere Knabenschule ( 1858 bis 1929 )

2.1 Die Entwicklung der höheren Knabenschule in dieser Zeit

Die höhere Knabenschule ist aus der Rektoratschule hervorgegangen. Die Rektoratschule fand ihr Ende 1858 mit der Übernahme durch die Stadt Lüdenscheid. Die Stadtgemeinde hatte nun die Verpflichtung für die weitere Entwicklung zu sorgen. Allerdings stellte die Kirche folgende Bedingungen: ?1. Aus den Revenuen soll zunächst der evangelische Religionsunterricht der Schule bestritten werden. 2. Sämtliche Mitglieder des Schul-vorstands und sämtliche Lehrer müssen für immer evangelisch sein, wie überhaupt der evangelische Charakter der Anstalt in jeder Beziehung gewahrt werden soll."?" [500 Jahre höhere Schule Lüdenscheid 1958/ 59, 81-82] 

Die Stadt Lüdenscheid akzeptierte seinerzeit diese Bedingungen. 

Weiterhin an der Spitze stand der geachtete und geschätzte Rektor Isidor Mayer. Schon in der Zeit der Rektoratschule hatte er sich großes Ansehen erarbeitet, ihm lag das Wohl der Schüler besonders am Herzen. Die Schule bestand aus vier Knabenklassen mit vier Lehrern und vier Hilfslehrern, sowie zwei Mädchenklassen mit einer Lehrerin, welche bis 1883 mit der Knabenschule vereinigt blieb. "Die vier Klassen entsprechen in ihren Leistungen, von unten nach oben genommen, der Quinta, Quarta, Tertia und Sekunda einer inländischen vollständigen Realschule." [Geschichtliche Entwicklung der höheren Knabenschule zu Lüdenscheid. (..) dargelegt vom Direktor 1902, 3] und aus den halbjährigen Kursen wurden ganzjährige Kurse. Seit Ostern 1862 entstand eine fünfte Knabenklasse, womit die höhere Knabenschule am 13. August des selben Jahres die Anerkennung als "Höhere Bürgerschule", als einzige der Schulen der Provinz Westfalen, bekam. Der Besuch der Höheren Bürgerschule dauerte 6 Jahre, da die fünfte Klasse zwei Jahrgänge umfasste. Im März 1863 fand die erste vollgültige Abgangsprüfung statt. Danach konnten die Schüler in die Prima einer Realschule 1.Ordnung (= Realgymnasium) eintreten. Zweieinhalb Jahre später hat die königliche Regierung die Höhere Bürgerschule in Lüdenscheid mit den "Realschulen 1. Ordnung gleichgestellt".

Bis 1875 fand der Unterricht immer noch in zur Verfügung gestellten Räumen des Rathauses statt. Die Schülerzahl belief sich auf 159 Schüler. Durch eine Neuordnung des höheren Schulwesens Preußens erhielt die Anstalt am 10. Juni 1882 den Namen "Realprogymnasium". Die Organisation der Schule wurde dadurch kaum verändert; es wurden nur neue Lehrpläne ausgearbeitet (u.a. wurde Griechisch gelehrt) und sie bestand nach wie vor aus fünf Klassen; jedoch umfassten die beiden obersten Klassen Tertia und Sekunda zwei Jahrgänge, wodurch sich ein siebenjähriger Schulbesuch ergab. 1883 legte Rektor Mayer sein Amt aufgrund von Krankheit nieder. Ihm war es wegen seiner organi-satorischen Fähigkeiten und seines Einsatzes zu verdanken, dass sich die Anstalt zu einem vollberechtigten Realprogymnasium entwickeln konnte.

Sein Nachfolger wurde Dr. Wilhelm Oetling; ein studierter, tatkräftiger und von organisatorischem Geschick geprägter Mann.In seine Amtszeit fällt auch die Debatte um einen möglichen Neubau der Schule, da die Schülerzahl beachtlich zunahm. Außerdem waren die Schüler in Räumen des Rathauses untergebracht, die Gesundheitsschäden auf Grund der Heiztechnik mit sich brachten und die Stadtverordneten brauchten selber weitere Verwaltungsräume. Diese Angelegenheit wurde aber immer wieder verschoben. Letztendlich fand die eigens dafür gegründete Baukommission einen geeigneten Platz für einen Neubau am Staberg. Der Bauplan wurde 1889 genehmigt und im darauffolgenden Jahr konnte die Schule bezogen werden, die für 330 Schüler Platz bot. Der Bau ist im Stil der Florentiner Renaissance nach den Plänen des Lüdenscheider Stadtbaumeisters Hermann Falkenroth errichtet worden. 

Vier Jahre später nahm auch der Kampf um die neue Schulform ein Ende. Zusammen mit dieser Schulform und dem Neubau erlebte man den Anbruch des 20. Jahrhunderts. Im Jahre 1886 kam es nämlich zu einem Gegensatz zwischen der bisherigen humanistischen und der neu geforderten realistischen Bildung. Ein Teil der Bürgerschaft (realistisch) wollte diese Umwandlung, weil sie der Meinung war, dass Latein für die Schüler in Bezug auf das praktische Leben von unnütz und entbehrlich sei. Diese Streitfrage hielt einige Jahre an, man war sich nicht einig über eine mögliche Umwandlung, denn es wurde von dem anderen Teil der Bürgerschaft (humanistisch) als Schädigung und Rückschritt der Schule angesehen, weil so der Anschluss an eine Universität versagt worden wäre.

Erst 1891 nahm die Verhandlung ein Ende, denn die Aufsichtsbehörde forderte die Auf- hebung des Realprogymnasiums und verlangte die Neuordnung nach dem preußischen, höheren Schulwesen, in dem die Schule entweder zu einer Vollanstalt ( 9 Klassen ) aus- gebaut, oder zu einer Nicht-Vollanstalt ( 6 Klassen ) abgebaut werden sollte. 

Damit war das Problem aber noch nicht gelöst, es kamen wieder zwiespältige Meinungen, sowohl in der Bürgerschaft, als auch im Kuratorium, als auch im Stadtverordnetenkollegium auf. Nach einem Beschluss wurde Ostern 1892 die siebte Klasse (Obersekunda) abge-schafft und die Schule zu einer Nicht-Vollanstalt abgebaut, weil die Geldmittel nicht bewilligt worden waren; denn es wäre zu einer erheblichen Belastung der städtische Finanzen gekommen. Auf Grund dieses Beschlusses ergab sich hieraus der Name "Realgymnasium". Jetzt war der Höhepunkt des Schulfrage- Dramas erreicht. "Mit dem nun erfolgten Abbau machte sich aber bald bei allen Gruppen eine schwere Enttäuschung bemerkbar. Keine hatte erreicht was sie wollte, und so herrschte allgemeine Unzufriedenheit." [Lüdenscheider Generalanzeiger, 08.10.1954] Sowohl die realistische, als auch die humanistische Seite versuchten sich nun mit ihren Absichten zu nähern und einen Ausgleich zu schaffen, der alle Forderungen beachten sollte. Rektor Oetling arbeitete einen Vermittlungsvorschlag aus, indem er vorgeschlagen hat, dass die Schule eine Kombination aus Realgymnasium und Progymnasium werden sollte. Dieser Vorschlag traf auf beiden Seiten auf Zustimmung und es wurde eine neugeplante Anstalt in Erwägung gezogen. Im Winter 1893 wurde dann der beantragte Staatszuschuss für einen Aufbau bewilligt und im Februar 1894 genehmigte auch die Aufsichtsbehörde diesen Plan. In den folgenden Jahren wurde die Schule so umorganisiert, dass den Schülern des Progymnasiums in den untersten drei Klassen Latein gelehrt wurde und denen in der Realschule Französisch. Die anderen Fächer wurden dann gemeinsam besucht. In der Realschule konnte der lateinische und der griechische Unterricht durch Mathematik und Englisch ersetzt werden. Zunächst zeigte ein Zuwachs der Schüler in beiden Zweigen der Schule, dass die Bürgerschaft mit dieser Lösung mehr als zufrieden war. Aber das hielt nicht allzu lange an. Nachdem die Schüler ihre Abgangsprüfungen an der Anstalt bestanden hatten, besuchten einige höhere Schulen in den größeren Nachbar-städten. Da kam dann der Wunsch auf, die Schule doch zu einer Vollanstalt auszubauen. Hintergrund war, dass die Eltern ihre Kinder weiterhin erziehen konnten und sie zudem auch noch die Kosten eines dreijährigen Schulaufenthaltes sparen würden. Daraufhin schlug der neue Direktor, Schulte- Tigges, vor, das bewährte System des Frankfurter Direktors Reinhardt zu übernehmen. Nach dem alten Stil des Realgymnasiums begann man Latein, dann Französisch und schließlich Englisch zu unterrichten. Nach dem Frankfurter Lehrplan fing man erst mit Französisch, etwas später mit Latein und zum Schluss mit Englisch an. Daraus folgt, dass die Schule auf einen gemeinsamen dreijährigen Unterbau lediglich mit Französisch als Fremdsprache vereinigt werden konnte. Außerdem wurde argumentiert, dass die französische Sprache dem Verständnis der Schüler näher läge, als die lateinische Sprache, da man für Latein eine größere, geistige Reife aufbringen musste.

Ein bedeutender Wendepunkt für die Schule war die Genehmigung dieses Frankfurter Systems im Januar 1901 durch die Stadt und das lang ersehnte Ziel des Ausbaues zu einer Vollanstalt konnte nun verwirklicht werden, d.h., dass auch die Obersekunda wieder zustande kam. Schließlich wurde der Ausbau des Reformrealgymnasium Ostern 1910 mit den ersten Abiturienten, die die neue Reform komplett durchlaufen hatten, vollendet.

Seit 1913 besitzt die Anstalt eine eigene Turnhalle, welches eine weitere Errungenschaft darstellte.

Im Jahre 1924 beschlossen dann die städtischen Behörden einen weiteren Ausbau vorzunehmen; aus dem Reformrealgymnasium sollte ein "Reformrealgymnasium mit Oberrealschule entstehen". Der Grund dafür war, dass die angehenden, jungen Männer ihre Grundlage auf einer breiteren, wissenschaftlicheren Zukunft errichten sollten. Hinzu kam aber vor allem, dass die Berufe ihre Anforderungen nach dem 1.Weltkrieg steigerten. Gerade Technik, Handel und Industrie waren in erster Linie berufen, durch erhöhte Leistung die verlorene Weltstellung zurückzuerobern.

Dieser neue Zweig wurde letztendlich 1928 durch den Minister anerkannt. 

 

2.2 Blick in den Alltag der Schüler im Verlauf von 1858- 1930

Seitdem die Stadt die Schule übernommen hatte, begann der Unterricht ab 7 Uhr morgens. Trotzdem fand auch nachmittags noch Unterricht statt. 1894 schrieb das Provinzschul-kollegium die Unterrichtszeiten vor. Demnach sollte der Unterricht in den "helleren" Stunden vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 4 Uhr abgehalten werden. In der "dunkleren" Zeit, meist von November bis Februar, fing der Unterricht morgens um 8.20 Uhr an und ging bis 12 Uhr. Nachmittags dauerte der Unterricht in dieser Zeit auch von 2 bis 4 Uhr. Allerdings wurden die Pausen verkürzt. Es gab Versuche, die Schulzeit ein wenig zu verändern, die aber nicht lange bestanden haben. Für den Sommer 1901 wurde dann eine Umstellung vorgesehen. Der Direktor Schulte- Tigges führte einen fünfstündigen Unterricht ein, der sich von 7 bis 12 Uhr vollzog. Die Begründung zu dieser Änderung lag darin, dass diese Art von Unterricht weniger anstrengend sei und die Schüler dann den Nachmittag frei hätten, um zu spielen und sich "an der Luft zu bewegen". Außerdem seien auswärtige Kinder früher zu Hause. Im Oktober des Jahres 1905 wurde dann der fünf-stündige Vormittagsunterricht auch auf den Winterplan übertragen, die Lehrzeit dauerte von 8 bis 1 Uhr. Auch dieser fünfstündige Unterricht im Winter hatte sich bewährt.

Bis in das Jahr 1910 dauerte eine Unterrichtsstunde 50 Minuten. Auf Vorschlag des Rektors Jahnke 1906 erklärte sich letztendlich der Minister 1909 einverstanden die Lehrzeit auf 45 Minuten zu verkürzen. Vom Sommer 1910 an wurde dieses Vorhaben endgültig umgesetzt. Die Schulwoche eines Schülers betrug sechs Tage mit 37 Pflichtstunden. Ein eigenartiger Versuch, diese 37 Stunden auf sieben Tage zu verteilen, wurde nach einer Probezeit von zwei Jahren wieder verworfen.

Im Laufe der Zeit wurden Schulvereine gegründet, in denen sich die Schüler nachmittags nach ihren jeweiligen Interessen zusammenschließen und gemeinsam betätigen konnten. 1905 bildete sich der erste Schulverein, ein Schüler- Turnverein unter der Leitung des Professors Doktor Hotop, dessen Lüdenscheider Hotop- Riege auch heute noch bekannt ist. Weitere Gruppen, wie die "Musikalische Schülervereinigung", die "Schulgruppe des Wandervogels", der "Literarische Abend", der "Cercle francais" u.a. folgten.

Auch standen Schulfeierlichkeiten auf dem Programm, auf die sich die Schüler in ihrer Freizeit vorbereiten mussten. Hervorgehoben werden kann das traditionelle Sedanfest, welches jedes Jahr bis 1878 stattfand. Eine weitere Feierlichkeit war des "Königs Geburtstagsfest" oder Sportfeste, wie z.B. überregionale Schwimmfeste oder die Bannerwettkämpfe.

3. Das Zeppelin- Gymnasium (ab 1930 bis heute)

3.1. Die Namensgebung von 1930

Durch die pädagogischen Bemühungen der gesamten Lehrerschaft gehörte die Schule ab Februar 1929 zu den "besonders bedeutungsvollen höheren Lehranstalten Preußens", von denen es insgesamt nur sechzig Lehranstalten gab. Diese Rangerhöhung hatte zur Folge, dass die hiesige höhere Knabenschule nach einem ministeriellen Erlass 1930 die endgültige Berechtigung (Ehre) erhalten hatte, sich ab sofort "Zeppelin- Realgymnasium und Oberrealschule" zu nennen. Aus den zur Verfügung stehenden Unterlagen (u.a. Protokollbuch des Kuratoriums) geht hervor, dass schon am 30.10.1929 eine Sitzung stattgefunden hatte, welche als dritten Tagesordnungspunkt die Benennung der Anstalt ansprach. Nach langer Aussprache wurde schon hier der Titel "Zeppelin- Realgymnasium und Oberrealschule" erwähnt und beschlossen. Dadurch wollte man die Erinnerung bewahren, dass seiner Zeit das Gerippe aus Aluminium des ersten Zeppelin- Luftschiffes in Lüdenscheid entstanden ist. Ferner wollte man den Mensch und die Entwicklung seiner Fähigkeiten, sich also Wissen und Können zu erwerben, in den Vordergrund stellen. Der neue Name sollte die Schüler dazu verpflichten, sich den Grafen Zeppelin, mit seinem fortschrittlichem Geist, seiner Tatkraft und seiner Frömmigkeit, zum Vorbild zu nehmen. 

 

3.2 Der Weg von 1930 bis heute 

Der Anfang wurde von politischen Auseinandersetzungen geprägt und auch die Schule blieb nicht verschont. Diese Wirtschaftskrise hatte zur Folge, dass die Schülerzahl stark abnahm (1928= 536, 1938= 331 Schüler), woraus sich wiederum ergab, dass Ostern 1932 nur eine Sexta eingerichtet werden konnte und das Ostern 1933 die Oberrealschule ab-gebaut werden musste, da es nicht genügend Schüler für die Obersekunda gab. 1935 wurden deswegen die letzten Abiturienten entlassen und die Schule verlor den Charakter einer Doppelanstalt. Aber damit war es nicht genug, denn im Oktober 1932 wurde auch noch der Schulleiter Prof. Dr. M. G. Schmidt wegen der staatlichen Notverordnung vorzeitig entlassen und sein Nachfolger starb nach einer kurzen Amtszeit von 2 Monaten. Die Stelle des neuen Direktors bekam Dr. J. Oesterlee. Auch viele Lehrer traten in den Ruhestand, da sie die Altersgrenze für ihren Beruf erreicht hatten.

Weiterhin wurde diese innere Entwicklung der Schule durch die nationalsozialistische Zeit, also durch den Staat, gestört. Die Schule wurde "innerlich ausgehöhlt" und man versuchte ihre Selbständigkeit zu nehmen, um sie zu einem Befehlsempfänger zu machen. Sie sollte das verwirklichen, was der NS- Staat sich als Ziel gesetzt hatte, nämlich einen politisch kämpferischen Menschentypus zu schaffen. "Bereits in seiner Schrift "Mein Kampf" hatte der Führer der NS- Bewegung deutlich gemacht, dass er von der Geistesbildung der deutschen Jugend nicht sehr viel hielt." [Bartmann 1987, 48] Die Jugend trat in die Hitler-Jugend (HJ) über und ein Teil der Schulgruppen löste sich auf (z.B. Wandervogelgruppe). 1934 wurde der Staatsjugendtag eingerichtet und so wurden alle Schüler in die Jugendorganisation gezwungen. Die Untersuchung des Unterrichts, den die Lehrer in dieser Zeit erteilten, ist schwierig, weil es keine größeren Hinweise über den tatsächlichen Unterrichtsablauf gibt. Der Elternbeirat wurde durch die "Jugendwalter" ersetzt. In der Zeit des National-sozialismus hatte sich die Schule also den Bedingungen zu fügen. Die Anstalt trug den Namen "Zeppelin- Schule". Etliche Schüler wurden vorzeitig mit ihrer Reifeprüfung entlassen, denn der Staat brauchte Nachwuchs für die Wehrmacht und den Arbeitsdienst. 1938 kam es zu einer weiteren Neuordnung des höheren Schulwesens. Demnach betrug die Schulzeit acht Jahre und die Schule sollte im Herbst anfangen. Sämtliche Kuratorien wurden aufgelöst, womit auch die Zeppelin- Schule ihren evangelischen Charakter verlor. Viele Lehrer wurden zu militärischen Übungen, politischen Lehrgängen usw. einberufen, daher fiel der Unterricht meistens für die verbleibenden Schüler aus. Diese Versamm-lungen hatten aber rein gar nichts mit dem Fachunterricht zu tun, was die Absichten des Führers erneut deutlich machte. Während des Krieges wurden einige Lehrer und Schüler sofort eingezogen und die sich schon in Rente befindenden Lehrer stellten sich der Schule zur Verfügung, um zu unterrichten. Im Jahr 1940 wurde die Schule wieder zu einer Doppelanstalt. Dennoch wurde das Schulwesen durch den Krieg stark gestört. Sonder-dienste im Sinne eines Kriegsdienstes mussten sowohl von Lehrern als auch von Schülern geleistet werden. Teile der Anstalt wurden vom Militär belagert, in denen Zentralen errichtet wurden. 1945 beschlagnahmte das Kölner Luftschutzbataillon das gesamte Schul-gebäude und der Unterricht fand stark verkürzt statt, bis im selben Jahr amerikanische Truppen diese Region bedrohten und die Schule geschlossen wurde. Im März 1946 hatte man die Schule wieder geöffnet und es gab fast nichts auf das man aufbauen konnte, bis auf ein paar verborgene Grundlagen. Es bildete sich ein neues Kuratorium (welches aber noch auf den alten Rechtsstrukturen basierte), dessen Mitglieder sich voll und ganz auf das Gymnasium konzentrierten. Die Schülerzahl betrug 658, allerdings waren ein Fünftel davon Kriegsteilnehmer, die ihre schulische Ausbildung nachträglich beenden sollten. Wegen dieser hohen Schülerzahl kam es zu Unterrichtskürzungen, da die Zahl von 23 Lehrkräften (19 Lehrer, davon 4 Lehrerinnen, 4 Pfarrer) nicht ausreichte. Der Unterricht wurde vormittags und auch nachmittags gegeben, da einige Klassenräume noch beschlagnahmt odergar unbenutzbar waren. In diesen Jahren der Nachkriegszeit begannen sämtliche Lehrer, Schüler und die Klassen- und Schulpflegschaften (1947 gegründet) mit dem Wiederaufbau der Schule. Das Schulleben normalisierte sich also wieder mehr und mehr, der Nach-mittagsunterricht und die Unterrichtsverkürzungen fielen weg, nachdem die Räume wieder hergerichtet worden waren.( In der Zeit des "Kohlenmangels" (von November 1946- März 1947) kam es noch mal zu einer verkürzten Unterrichtszeit.) Ab 1947 endete und begann das Schuljahr aber wieder mit dem üblichen Ostertermin und die Schullaufbahn auf einer höheren Schule betrug auch wieder 9 Jahre. Die Schule konnte 1947 zu einer neu-sprachlichen und mathematischer- naturwissenschaftlicher Doppelanstalt ausgebaut werden, die dann seit 1955 in allen Klassenstufen dreizügig war und seit dem endgültig Zeppelin- Gymnasium heißt. Seit 1950 wurde dem Gymnasium auch ein Anstaltsseminar zur Ausbildung der Studienreferendare angefügt und seit dem Schuljahr 1967/ 1968 be- ginnt das neue Schuljahr im Sommer. Die folgenden Jahre, bis in die 70er des 20. Jahr-hunderts, waren durch Lehrermangel und Schulreformen geprägt. Verfügungen und Bestimmungen hatten einen Übergangscharakter und griffen in das Leben der Schule ein, wodurch sich die innere und äußere Struktur wandelte. Die methodische Neuorientierung der Oberstufe sollte das Gymnasium an die Anforderungen einer sich verändernden Gesellschaft anpassen und die Bedürfnisse der Schüler beachten, welches halt viele Reformen zur Folge hatte. Dies alles geschah mit Hilfe der Kooperation des Nachbargymnasiums (Geschwister- Scholl- / ehemals "Mädchengymnasium"). Nennenswert ist die hier die "hauseigene" Oberstufenreform von 1974/ 75. Das Ziel war eine gemeinsame Grundausbildung für alle Schüler der Oberstufe zu gewährleisten, aber auch die individuellen Spezialisierungen der Schüler zu beachten und zu fördern. Die Oberstufe wird nicht mehr wie vorher nach Gymnasialtypen gegliedert, sondern die Schüler wurden in Pflicht- und Wahlbereich bei ca. dreißig Wochenstunden unterrichtet. Jeder musste zwei Leistungskurse (automatisch erstes und zweites Abiturfach) belegen und die sieben Grundkurse, aus denen dann das dritte und vierte Abiturfach gewählt wird. Eine ähnliche Situation findet man heute noch vor. Allerdings wurden "Kleinigkeiten" durch Reformen, wie oben genannt, an der Schulform verändert. Ein kurzer Überblick soll noch einige wichtige Veränderungen preisgeben: Im Jahr 1969/ 70 wurde Englisch in die Doppelanstalt als erste Fremdsprache eingeführt und seit Mai 1968 bestand das Sprachlabor (welches heute nicht mehr existiert), welches von den Schülern nach einigen Statistiken als lernreich befunden worden ist. Am 05.04.1967 wurde dann ein weiterer Neubau am Zeppelin- Gymnasium bezogen. Der Neubau war für die naturwissenschaftlichen Aufgaben gedacht und wurde mit den, zu dieser Zeit, modernsten Geräten ausgestattet. Der Altbau wurde zudem noch renoviert und die Wetterstation (siehe unten) ist völlig erneuert worden. 1971/ 72 gab es die ersten Mikrocomputer (Tischcomputer) und 1977 wurden erstmals audiovisuelle Medien in den Unterricht eingeflochten. Seit dem Schuljahr 1972/ 1973 waren auch die ersten Mädchen an der Schule, die gemeinsam mit den Jungen unterrichtet worden sind. Im Laufe der Jahre wurde das Fächerangebot erweitert, z.B. gibt es seit 1976 Informatik als eigenständiges Fach oder auch seit 1977 Pädagogik. 

 

 

3.3 Einige Besonderheiten 

3.3.1. Die Wetterstation

Schon am Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine Klimastation in Lüdenscheid, die an einem meteorologischem Bezirksnetz angeschlossen war. Aber auf Grund der örtlichen Gegebenheiten und Bedingungen blieb sie nicht lange bestehen. Über längere Zeit führte dann Julius Assmann (Schulvorstand im evangelischen Presbyteriums) vor dem 1. Weltkrieg, wohlbemerkt privat, Messungen durch. Nach seinem Tod 1914 vermachte er sein Gerät dem damaligen Realgymnasium. Seit 01.10.1920 sind die allgemeinen Wetterdaten aufgenommen und an das Preußische Meteorologische Institut in Berlin weitergeleitet worden. Am 04.04.1924 wurde von dem Provinzial- Schulkollegium Münster die Errichtung einer Wetterstation auf dem Schulgebäude genehmigt, welche dann am 01.04.1925 offiziell in Betrieb genommen wurde. Der Studienrat Dr. Specht bekam die Leitung und ihm zur Seite standen schon damals zwei Schüler. Die Aufgabe der Station sollte die Gewinnung von meteorologischen und klimatologischen Daten des Sauerlandes sein. Des weiteren Beobachtungen der Flugsicherung der Flugpostlinie Dortmund- Frankfurt/ M. und die Beteiligung am Hochwassermeldedienst des Meteorologischen Observatoriums Aachen. Die Wetterstation war also von großer Bedeutung, sie wurde staatlich unterstützt und folglich 1930 in das offizielle Stationsnetz des Wetterdienstes eingegliedert. Viele Neueinrichtungen hatte die Wetterstation zu verbuchen. Während des 2. Weltkrieges blieb die Einrichtung erhalten und ging unbeschadet aus dem Krieg hervor, was zur Folge hatte, dass das Meteorologische Amt für Nordwestdeutschland beim Wiederaufbau des Wetternetzes 1945 auf dem Staberg eine hauptamtliche Wetterwarte einrichtete. 1946 kam es zu einer Neuordnung und die Wetterstation wurde eine Klimastation II. Ordnung, eine von 40 in NRW. Zwischen 1948 und 1956 wurden auch Daten weitergegeben, die für die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Duisburg von Bedeutung waren. Letztlich ist es Dr. Specht und seinen vielen Beobachtungsgehilfen zu verdanken, dass die Lüdenscheider Wetterstation zu einer bedeutenden im Raumgeworden ist.

In den folgenden Jahrzehnten leiteten Friedrich-Wilhelm Giedinghagen und später Hugo Klink die Wetterstation; beide waren immer verlässliche Ansprechpartner für die Bevölkerung in Sachen Wetter. Dreimal täglich, 7.30 Uhr, 14.30 Uhr und 21.30 Uhr, wurden damals, und werden heute noch, die Messungen von Schülern aus der Mittelstufe durchgeführt und Herr Jacobs hat die Leitung der Wetterstation übernommen. Eine kurze Übersicht zeigt die Vielseitigkeit: Luftdruck und Feuchtigkeit, vereinzelt auch Sonnenscheindauer und Schneehöhe wurden/ werden gemessen, man beobachtet z.B. Wolkenarten und die Zugrichtung der Wolken oder besondere Ereignisse, wie Gewitter, Nordlichter oder Stürme. Schreibgeräte halten diese ganzen Daten fest. Die eigentliche Aufgabe ist es Daten für den Klimadienst zu liefern, aber die Ergebnisse werden auch der Polizei, Baufirmen oder der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt. Außerdem werden heute Messungen durchgeführt, womit Luft- und Niederschlagsradioaktivität festgestellt werden können. 

 

3.3.2. Die naturwissenschaftliche Sammlung

Das Zeppelin- Gymnasium besitzt eine reichhaltige naturwissenschaftliche Sammlung, welche zugleich eine der umfangreichsten in Westfalen ist. Das langsame Werden dieser Sammlung spiegelt eine Epoche, in der die fortschreitenden Erkenntnisse der Natur-wissenschaft und die Entwicklung der Technik immer mehr an Bedeutung gewannen, der Schule wider. Aus räumlichen Gründen war die Sammlung früher nicht sehr umfangreich. Durch zahlreiche Beiträge der Bürger, städtischen Mitteln und Stiftungen ist es der Schule gelungen, die verschiedensten Anschaffungen zu tätigen. 

Ein Überblick soll Auskunft über diese Anschaffungen geben:

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Instrumente angeschafft, wie z.B. eine Luftpumpe. Aus Bonn kaufte man eine Mineralien- und Gesteinssammlung, die sich heute noch im Erdkunderaum als Anschauungsmaterial befindet. Die Schule verfügt über zahlreiche bedeutende Werke der naturwissenschaftlichen Literatur, die damals angeschafft wurde, z.B. "Natürliche Schöpfungsgeschichte" von Haeckl, "Spektralanalyse" von Scheller oder die "Atomenlehre" von Fechner. Schülerarbeiten, Wandtafeln, kleine Sammlungen, wie die "Sammlung mikroskopischer Präparate" oder Käfersammlungen, ein menschliches Skelett (seit 1900), Stopfpräparate (Vögel, Fischotter, ...), Situspräparate (Frösche, Fledermäuse,...) und Spirituspräparate (Weichtiere) vervollständigen diese Sammlung.

Im Laufe der Jahre kümmerten sich viele Lehrer um diese Abteilung und haben dafür gesorgt, dass sie erweitert wurde. Das Lehrpensum passte sich immer mehr den Anschaffungen an, der Unterricht änderte sich und 1880 wurde Chemie als eigenständiges Fach mit in den Lehrplan aufgenommen. Seit 1924 lag das Schwergewicht in der Beschaffung von Arbeitsgeräten, die zur Demonstrationszwecken oder auch für Schülerübungen dienten. Zu dieser Zeit wurden auch Aquarien (sowohl Süßwasser als auch Seewasser) und Terrarien eingerichtet, welche die Beobachtungen von Verhaltens- und Lebensweisen an lebenden Objekten erlaubten.

Als sich die Weltwirtschaftskrise auch in Lüdenscheid bemerkbar machte, nahmen die geldlichen Mittel ab und auch nach dem 2. Weltkrieg (die Sammlung ist verschont geblieben, weil sie in einem versteckten Raum unzugänglich gemacht wurde) wurden keine größeren Anschaffungen getätigt. Nach 1950 wurde die biologische Sammlung durch die Schulleitung, das Kuratorium und die Stadt auf einen umfangreichen Stand gebracht. Die Beschaffung von Lehr- und Arbeitsmaterial aller Art bot eine große Auswahl an Arbeitsmöglichkeiten, die zu der Bildung beitrugen. Auch heute wird noch ein Großteil der Anschaffungen genutzt und die Schule verfügt derzeit über eine große Anzahl von Mikroskopen, Experimentierkästen u.ä., so dass jeder Schüler die Möglichkeit hat, im Unterricht selbst aktiv zu werden und Untersuchungen durchzuführen. 

 

3.4. Das Gymnasium heute

Neben dem Geschwister- Scholl- und dem Bergstadtgymnasium ist das Zeppelin- Gymnasium eins von drei Gymnasien in Lüdenscheid. Das Gymnasium hat eine große Vielfalt aufzuweisen. Es steht in engster Zusammenarbeit mit dem Nachbargymnasium (Geschwister- Scholl- Gymnasium), was vor allem die Oberstufe betrifft. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, ein möglichst reichhaltiges/ vielseitiges Unterrichtsangebot anzu-bieten. Auch mit dem Bergstadtgymnasium finden hin und wieder gemeinsame Kurse statt. In Bezug zu Lüdenscheid und des Zukunftsmottos "Stadt des Lichts" gehört auch das Zeppelin- Gymnasium. "Der historische Schulbau mit seiner markanten Fassade gehört zu jenen Lüdenscheider Gebäuden, die unter dem Zukunftsmotto "Stadt des Lichts" derzeit versuchsweise illuminiert werden." [Lüdenscheider Nachrichten 08.03.2001, 1. Lokalseite (siehe Anhang, S. 22)] Der Lichttest wurde am 07.03.2001 durchgeführt. Den Medien wird heute auch immer mehr Bedeutung zugeschrieben. Auch das Zeppelin- Gymnasium passt sich ständig an: die Möglichkeit die Medien einzusetzen besteht, beispielsweise stehen den Schülern und Lehrern Computer, teils mit Internetanschlüssen, zur Verfügung oder auch Fernseher mit Videorecordern. Die Schüler können sich auch an den verschiedensten Ag"s beteiligen, z.B. der Spanisch- Ag oder Theater- Ag. Alle vier Jahre finden die Projektwochen vor den Sommerferien statt und neu ist, dass ein weiterer Versuch gestartet wird, eine Schülerzeitung zu erstellen, diesmal in Zusammenarbeit mit dem Geschwister- Scholl- Gymnasium. Auch aktuell ist, dass das Gymnasium z. Z. fast vollständig renoviert wird (Feuerschutz oder der naturwissenschaftliche Bereich). Zahlreiche Schüleraustausche finden mit den jeweiligen Partnerschulen statt, als da wären Fort Wayne (Indiana, USA), St. Quentin, Amiens (beides Frankreich), Assisi in Italien und Taganrog (Russland).

Jedes Jahr findet auch am Ende des Schuljahres das traditionelle Grillfest statt, bei dem Lehrer, Eltern und Oberstufenschüler zusammenkommen. Über die ganzen Jahre hinweg unterstützt das Gymnasium eine indische Patenschaft. 

Zuletzt sollte auch noch der Förderverein genannt werden, der 1973 gegründet worden ist. "Ihre Aufgabe ist es, die pädagogische Arbeit in den Bereichen zu unterstützen, in denen der Schulträger zu finanziellen Leistungen nicht verpflichtet ist." [Jahresbericht 1973/74, 24}] 

Schluss

Abschließend lässt sich sagen, dass das heutige Zeppelin- Gymnasium eine vielseitige und interessante Entwicklung hinter sich hat, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Das Lüdenscheider Gymnasium passt sich der ständig ändernden Gesellschaft immer wieder an, wodurch die Vielfältigkeit zum Ausdruck kommt. Auch die reiche Tradition bestätigt diese erstaunliche Entwicklung. Viele Menschen haben an dem heutigen Stand des Zeppelin-Gymnasiums mitgewirkt und vielen Rektoren und Lehrern ist dies letztendlich zu verdanken. Seit 1989 steht das Bauwerk auf dem Staberg unter Denkmalschutz.

Das Zeppelin- Gymnasium hat, wegen seiner effizienten Ausbildung, einen guten Ruf und vielen Abiturienten steht daher der Weg zur Universität offen. Das Gymnasium hat einige Abiturienten hervorgebracht, die heute einen anerkannten Beruf haben, sowohl in unserer Region, als auch in Deutschland.

Ein aktueller Hinweis auf diese Ausbildung sind die diesjährigen hohen Anmeldungen für das nächste beginnende Schuljahr. Es ist zu wünschen, dass in Zukunft das engagierte Lehrpersonal sowie die geldlichen Mittel dem Zeppelin- Gymnasium weiterhin zur Verfügung stehen, damit den nachfolgenden Schulgenerationen ebenfalls ein fundiertes Wissen vermittelt werden kann.

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